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Deutsche Bank: KI soll Warnzeichen bei Finanztransaktionen erkennen   🎧

Die Deutsche Bank hat eine mehrjährige Innovationspartnerschaft mit NVIDIA bekannt gegeben, um den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und Maschinellem Lernen (ML) im Finanzdienstleistungssektor zu beschleunigen. Im Rahmen der Kooperation seien verschiedene KI-gestützte und aufsichtsrechtlich konforme Dienstleistungen geplant, teilte das Frankfurter Geldhaus mit. Die neue Partnerschaft werde auch der Cloud-Transformation der Deutschen Bank zugutekommen. Der Kooperation gingen den Angaben zufolge mehrmonatige Vorbereitungen voraus: Die Unternehmen testeten demnach eine Reihe potenzieller Anwendungsfälle, insbesondere in drei Bereichen: der Entwicklung von Risikomodellen, Hochleistungsrechnen und der Gestaltung eines virtuellen Avatars, hieß es.

Beschleunigtes Rechnen ermögliche es Händlern, eine größere Zahl von Szenarien schneller zu berechnen und gleichzeitig die Energieeffizienz zu verbessern. Die Deutsche Bank plant demnach, die Software NVIDIA AI Enterprise zu nutzen, die das Entwickeln und Nutzen von KI-Lösungen vereinfache – in der Cloud sowie im Rechenzentrum. Dank dieser Flexibilität könnten die KI-Entwickler, Daten- und IT-Experten der Deutschen Bank die KI-Workflows des Kooperationspartners sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in der Google Cloud nutzen, dem Partner der Bank für die Nutzung der öffentlichen Cloud.

Das Ziel: Lebensechte virtuelle Assistenten
Die Deutsche Bank arbeite mit NVIDIA Omniverse Enterprise, hieß es weiter. Dabei handele es sich um eine offene Computing-Plattform für die Entwicklung und den Betrieb von Metaverse-Anwendungen sowie KI-Modellen und -Diensten. Damit könnten lebensechte virtuelle Assistenten und digitale Avatare entwickelt werden. Mit der Plattform hätten die Teams der Bank bereits ein erstes Konzept eines virtuellen 3D-Avatars entwickelt, der den Mitarbeitenden bei der Navigation durch bankinterne Systeme und bei der Beantwortung von personalbezogenen Fragen helfen solle. Demnächst werde untersucht, wie die Bank solche Möglichkeiten für ein intensiveres Kundenerlebnis nutzen könne.
Nützliche Informationen aus unstrukturierten Daten zu gewinnen sei eine anhaltend schwierige Aufgabe für Unternehmen, insbesondere Finanzdienstleister, hieß es weiter. Denn mit Finanztexten hätten bestehende Sprachmodelle Schwierigkeiten. Deutsche Bank und NVIDIA testen den Angaben zufolge verschiedene große Sprachmodelle, so genannte Financial Transformer. Diese würden KI- und ML-Modelle ausführen. Eins der beabsichtigten Ergebnisse solle das frühzeitige Erkennen von Warnzeichen bei Finanztransaktionen sein. Außerdem solle die Bank Daten schneller gewinnen und auf Qualität prüfen können. (ud)

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Torsten Nahm, der das Kompetenzzentrum für Data Science bei der DKB leitet, stellt sich unseren Fragen rund um das Thema „Data Science in der Cloud“ und erläutert u.a., warum die Cloud die Arbeit eines Data Scientists erleichtern kann. Hören Sie hier weitere Episoden aus der Reihe „durch die bank“.

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