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Digitalisierung: Algorithmen haben Effekte auf den Wettbewerb

Es gibt wohl kaum noch einen Wirtschaftszweig, der nicht von der Digitalisierung beeinflusst wird. Algorithmen gehören zu den wichtigsten technologischen Treibern der Automatisierung und Robotisierung. Algorithmen werden immer wichtiger, weil sie Unternehmen dabei helfen, innovativer und effizienter zu agieren. Dies kann sowohl dem Wettbewerbsprozess als auch Verbrauchern zugutekommen – etwa über neue oder verbesserte Angebote und einer damit womöglich einhergehenden Intensivierung des Wettbewerbs. Inzwischen gibt es jedoch auch eine Debatte darüber, ob und inwieweit Algorithmen negative Effekte auf den Wettbewerb haben könnten – etwa über erhöhte Kollusionsrisiken oder Wechselwirkungen mit der Marktmacht von Unternehmen, die Algorithmen einsetzen.

Dies ist das zentrale Thema eines Beitrags des Bundeskartellamts mit dem Titel „Algorithmen und Wettbewerb“, der in der Schriftenreihe „Wettbewerb und Verbraucherschutz in der digitalen Wirtschaft“ der Behörde erschienen ist. Sowohl die Forschung als auch die Fallpraxis hätten eine Reihe an Faktoren identifiziert, welche die Stabilität von Kollusion beeinflussen könnten, heißt es darin. Hierzu zählten beispielsweise die Anzahl der Unternehmen auf dem jeweiligen Markt, die Existenz von Marktzutrittsschranken, die Interaktionshäufigkeit sowie das Ausmaß der Markttransparenz für verschiedene Marktteilnehmer. Algorithmen können demzufolge eine Reihe dieser Faktoren beeinflussen und auf diese Weise potenziell einen Einfluss auf die Stabilität von Kollusion haben.

Belohnungs- und Bestrafungsmuster gegenüber Wettbewerbern

Unter Kollusion werde eine Situation verstanden, in welcher Unternehmen Belohnungs- und Bestrafungsmuster gegenüber ihren Wettbewerbern anwenden. „Dies erfolgt mit dem Ziel, Wettbewerber für die Aufrechterhaltung eines für die Unternehmen profitableren Ergebnisses als unter Wettbewerbsbedingungen zu belohnen bzw. umgekehrt Wettbewerber dafür zu bestrafen, wenn sie von einem solchen Ergebnis abweichen“, heißt es in dem Papier.

Der Präsident des Bundeskriminalamts Andreas Mundt erklärte am Donnerstag in Bonn: „Neben unseren Verfahren ist gerade im Bereich der Internetwirtschaft Grundsatzarbeit von herausragender Bedeutung. Es stellen sich viele neue rechtliche und ökonomische Fragen, auf die wir Antworten finden müssen.“

Der Beitrag „Algorithmen und Wettbewerb“ des Bundeskriminalamts knüpft an die gemeinsame Studie mit der französischen Autorité de la concurrence zu Algorithmen und Wettbewerb an und kann hier eingesehen werden. (ud)

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