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Immobilienfinanzierungen: Blockchain-Technologie hat enormes Potenzial

Das ist das Resultat einer gemeinsamen Studie der Hamburg Commercial Bank (HCOB) und des Frankfurt School Blockchain Center (FSBC), die beide am Donnerstag vorstellten. Aus heutiger Sicht fehlten jedoch noch wichtige Voraussetzungen, beispielsweise digitale Grundbücher und regulatorische Rahmenwerke, um das gesamte Potenzial tokenisierter Immobilien auszuschöpfen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

„Die Vorteile der Blockchain-Technologie sind für den Immobiliensektor immens. So können sowohl Anbieter der Immobilien von geringeren Kosten profitieren, während Investoren neben Kosteneinsparungen tendenziell mit höheren Renditen rechnen können“, erklärte Prof. Dr. Philipp Sandner, Leiter des FSCB und Autor der Studie: „Insbesondere die Teilbarkeit der Immobilien in kleine, handelbare Einheiten bietet Immobilien nun eine größere Anlegerschaft – eine Revolution scheint sich anzubahnen.“ Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HCOB und ebenfalls Autor der Studie, sagte, mit der Blockchain-Technologie biete sich eine „geradezu revolutionäre Möglichkeit für die Übertragung von Assets“, die erhebliche Veränderungen für den gesamten Markt mit sich bringen dürfte: „Als erfahrener Immobilienfinanzierer werden wir die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Technologie weiterhin genau verfolgen und auch unseren Kunden als Sparringspartner bei diesem innovativen Trend zur Seite stehen“, so Rubia.

Für die Studie seien weltweit AnbieterInnen tokenisierter Immobilien untersucht und ihre jeweiligen Technologien sowie Finanzierungsstrukturen verglichen worden, hieß es. Insgesamt zeige sich eine rasante Entwicklung des Markts: Insgesamt wurden den Angaben zufolge 41 Unternehmen aus 17 Ländern identifiziert, die bereits Immobilien tokenisiert hätten. Diese seien primär in den USA (13) aktiv, gefolgt von Deutschland (6) und der Schweiz (4). Allerdings zeige die Studie auch, dass die quantitative Analyse aufgrund der Intransparenz des Markts nur eine grobe Einschätzung sein könne.

Eher geringere Renditen
Die Tokenisierung von Immobilien werde derzeit primär auf Basis der Ethereum-Blockchain umgesetzt, da diese sich durch die Möglichkeit der Nutzung von Smart Contracts und transparenter Token-Standards besonders gut eigne. Hinsichtlich Verzinsung, Laufzeit und Mindestbeteiligung an den Projekten ergebe sich ein sehr heterogenes Bild zwischen den Angeboten. So würden eher geringe Renditen von 2 bis 3 Prozent, aber teilweise auch von über 20 Prozent versprochen.

Der Markt für tokenisierte Immobilien stehe noch am Anfang, sei aber von einer hohen Dynamik geprägt und könne, insbesondere für AnbieterInnen von Immobilienfonds, eine ernstzunehmende Herausforderung werden. Denn für InvestorInnen könnten tokenisierte Immobilien mit überdurchschnittlichen Renditen und geringeren Kosten verbunden sein. Gepaart mit der Teilbarkeit der Immobilien und der damit deutlich größeren potenziellen Anlegergruppe, könnten tokenisierte Immobilien diese Investmentklasse spürbar verändern, hieß es. (ud)

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