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Schweizer Forscher
KI soll Blitze genauer vorhersagen

Zu den unheimlichsten und gefährlichsten Wetterphänomenen gehören Blitze. Der Blitz-Informationsdienst der Firma Siemens (BLIDS) registrierte im Jahr 2018 in Deutschland rund 446.000 Einschläge. Vor allem in Baden-Württemberg und im Alpenvorland kommt es überdurchschnittlich oft zu den elektrischen Entladungen. Schlägt ein Blitz am Boden ein, können elektronische Geräte zerstört werden und Brände entstehen. Für Menschen ist die Begegnung mit einem Blitz potenziell tödlich: Bei einem Treffer können bis zu 100 Millionen Volt und mehrere 10.000 Ampere auf den Körper einwirken.

Allen wissenschaftlichen Methoden der Meteorologie zum Trotz ist es jedoch meist sehr schwer, einen Blitzschlag zeitlich und räumlich exakt vorherzusagen. Doch nun haben Wissenschaftler vom Eidgenössischen Institut für Technologie (EPFL) in Lausanne in der Schweiz eine auf Künstliche Intelligenz (KI) basierende Software entwickelt, um Blitzeinschläge präziser vorauszuberechnen. Die selbstlernende Software war über zehn Jahre mit meteorologischen Daten gefüttert worden. Das Resultat sei ein System, das Blitzeinschläge für die nächsten zehn bis 30 Minuten in einem Radius von rund 30 Kilometern berechnen könne, teilten die Forscher mit.

Amirhossein Mostajabi, der die Technik entwickelt hatte, erklärte: „Unsere Methode greift auf Daten zurück, die man von jeder Wetterstation erhalten kann.“ Der Algorithmus der KI benötige lediglich konventionelle Wetterdaten. Hierzu gehörten demnach vier Parameter: Der atmosphärische Druck, die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit. Einmal trainiert, machte das System Vorhersagen, die in 80 Prozent der Fälle korrekt gewesen seien, hieß es. Sollte sich die KI in weiteren Tests bewähren, soll damit ein System geschaffen werden, das Blitze gezielt von bestimmten Gebieten fernhalten könnte. (ud)

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