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Studie: Führungskräfte sehen ihre Autonomie durch KI gefährdet  

Die Mehrheit (68 Prozent) der befragten Führungskräfte in Deutschland gibt an, dass in ihrem Unternehmen bereits KI-Systeme eingesetzt würden, so die Studie. Ein weiteres Drittel (32 Prozent) berichte, dass das eigene Unternehmen plane, KI-Systeme zu verwenden. Der Einsatz von KI sei strategisch relevant für die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen, hieß es. Mehr als die Hälfte der Befragten ist demnach davon überzeugt, dass Unternehmen nicht wettbewerbsfähig sein könnten ohne den Einsatz technologischer Entscheidungsfindung. Nur wenige der Führungs- und Fachkräfte (14 Prozent) seien der Meinung, dass das Potenzial von KI in ihrer Firma derzeit vollständig ausgeschöpft sei.

Das sind einige der Ergebnisse einer Studie, die Kienbaum zusammen mit der ada Learnung GmbH durchgeführt hat. Die befragten Fach- und Führungskräfte berichten den Angaben zufolge, dass durchschnittlich 50 Prozent der Entscheidungen in ihren Unternehmen datenbasiert auf der Grundlage von KI getroffen würden. Der Anteil datengetriebener Entscheidungen sei allerdings auch von der Funktion der KI abhängig. Der Anteil datenbasierter Entscheidungen sei um durchschnittlich 11 Prozent höher, wenn die KI-Systeme selbstständige, automatisierte Entscheidungen träfen, als wenn sie nur zu unterstützenden Analysezwecken eingesetzt würden.

Wer trägt die Verantwortung, wenn eine KI Fehler macht?
Laut Studie zeigt sich deutlich, dass die Verantwortlichkeit in Bezug auf KI-basierte Entscheidungen oftmals unklar sei. Drei von vier Führungskräften berichten demnach von dieser Unklarheit. Wenn eine KI bestimmte Entscheidungen treffe, sei nicht klar, wer am Ende die Verantwortung für Konsequenzen wie Fehler und/oder sogar Unfälle trage. Die Mehrheit (67 Prozent) der Führungskräfte sei darüber hinaus der Meinung, dass die Verantwortung bei denen liege, die die KI programmiert hätten. Diese Ergebnisse zeigen den Studienautoren zufolge enormen Handlungsbedarf auf. Denn wenn die Verantwortlichkeiten für Führungskräfte unklar seien, könne dies die Bereitschaft untergraben, auf KI-basierte Entscheidungen zu bauen, hieß es.

Darüber hinaus befürchteten 78 Prozent der Führungskräfte, die Kontrolle über ihre Entscheidungen in ihrem Verantwortungsbereich zu verlieren, wenn KI in den Entscheidungsprozess involviert sei. Unklare Verantwortlichkeiten, die Angst vor Kontrollverlust und eingeschränkte Autonomie scheinen sich demnach in einer ausgeprägten Risikoaversion niederzuschlagen. Knapp zwei Drittel der Führungskräfte fühlten sich daher unwohl, Risiken einzugehen, die aus den Empfehlungen einer KI resultierten. Weitere 70 Prozent vertrauten daher lieber ihrer eigenen Risikobewertung als der der KI. In unsicheren Zeiten jedoch seien die Führungskräfte eher gewillt, ihre Entscheidungen durch die KI treffen zu lassen.   

Derweil sind sich Fachleute aus der Finanzbranche sicher: Der Einsatz von KI und Maschine Learning (ML) könnte die Prozesse in Banken massiv beschleunigen. 77 Prozent erwarteten eine schnellere Reaktion auf Kundenanfragen mithilfe der Technologien, so eine aktuelle Studie. Auch die Prognose künftiger Kundenbedürfnisse (71 Prozent), ein frühzeitiges Erkennen finanzieller Schwierigkeiten der KundInnen (71 Prozent) sowie passgenauere Angebote (65 Prozent) werden demnach erleichtert, hieß es weiter. 61 Prozent sagten zudem, KI ermögliche individuelle Angebote jenseits klassischer Bankprodukte (z.B. Versicherungswechsel), so die Resultate der Bankenstudie 2021 von ti&m. (ud)

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