Trends Grundlagen News

iStock.com/happymoon77

Bundestag: KI-Enquete legt Abschlussbericht vor

Die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ hat ihren Abschlussbericht (19/23700) vorgelegt. Die Kommission stelle ihre Ausarbeitung unter das Leitbild einer „menschenzentrierten KI“, teilte der Informationsdienst „heute im bundestag“ (hib) am Dienstag in Berlin mit. Das bedeute, „dass KI-Anwendungen vorrangig auf das Wohl und die Würde der Menschen ausgerichtet sein und einen gesellschaftlichen Nutzen bringen sollten“, hieß es.

Im Bereich der Inneren Sicherheit spricht sich die Kommission den Angaben zufolge beispielsweise beim staatlichen Einsatz von KI-Anwendung für die Beachtung einer Kosten-Nutzen-Kalkulation und der Verhältnismäßigkeit aus. Die Bundesregierung werde zudem dazu aufgefordert, „sich auch in Zukunft auf internationaler Ebene rüstungskontrollpolitisch für eine weltweite Ächtung von tödlichen autonomen Waffensystem“ einzusetzen.

Assistenzsysteme für Verwaltungsvorgänge
Vom Einsatz von KI-Anwendung in der Verwaltung verspreche sich die Kommission positive Effekte. So ließen sich Verwaltungsvorgänge mit hohen Fallzahlen automatisieren. „In den Behörden könnten Assistenzsysteme eine deutliche Effizienzsteigerung von Verwaltungsvorgängen bewirken, Anfrageaufkommen und Themen nachvollziehbarer machen, eine höhere Nutzerzufriedenheit gewährleisten und zur Kostensenkung beitragen", so der Bericht. Voraussetzung dafür sei aber die Digitalisierung der Verwaltung. In diesem Zusammenhang schlägt die Kommission laut dem hib weiter vor, den Einsatz von KI-Anwendungen in Verwaltungsprozessen transparent zu machen und Bürgern im Zuge eines Widerspruchsverfahrens einen Rechtsanspruch auf eine Bearbeitung durch einen Menschen einzuräumen.

Im Bereich der Wirtschaft sehe die Kommission etwa Start-ups „als wesentlichen Treiber der KI-Transformation“. Hierfür werden demnach etwa Fonds und Fördermöglichkeiten vorgeschlagen, Änderungen an Vergabeverfahren, um auch Start-ups die Möglichkeit einzuräumen, an diesen teilzunehmen. Zudem schlage die Kommission ein Update der betrieblichen Mitbestimmung vor. „Die Akzeptanz unter den Beschäftigten und die erfolgreiche Implementierung von KI hängt maßgeblich von frühzeitiger Information und Beteiligung ab". Die Kommission spreche sich zudem gegen automatisierte Entscheidungen bei Personalfragen aus. Es müsse weiterhin gewährleistet werden, dass weiterhin Menschen entscheiden.

Handlungsbedarf im Bildungsbereich
Handlungsbedarf konstatiert der Bericht den Angaben zufolge im Bildungsbereich. Hier sei der Staat gefordert, „umfangreiche Maßnahmen schon im schulischen Bereich zu initiieren, die die Bildung im Feld der KI, insbesondere in den MINT-Fächern, aber auch im Sinne einer domänenübergreifenden, interdisziplinären Bildung befördern, damit auch in der Folge genügend junge Menschen die Lehrangebote an den Hochschulen vollumfänglich nutzen können“. Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung sollten nach Vorstellung der Kommission KI-Kompetenzen verstärkt vermittelt werden, so der hib.

Mit Bezug auf den Gesundheitsbereich werde die Bundesregierung aufgefordert, mit den relevanten Akteuren zusammen „eine umfassende Strategie zum Einsatz von KI im Gesundheitsbereich“ aufzulegen. Diese solle unter anderem Maßnahmen zur beschleunigten Digitalisierung im Gesundheitsbereich und zur Verbesserung der Datenverfügbarkeit für die Forschung enthalten. Zu klären seien auch Lücken und Unsicherheiten beim Einsatz von KI-Anwendungen in diesem Bereich. Die Kommission fordere zudem, den Zugang zu solchen Anwendungen allen Patienten zu ermöglichen, aber dabei die Patientensouveränität zu wahren, insbesondere das Recht auf Nichtwissen. (ud)

Verwandte Artikel

Anzeige

Lexikoneinträge