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Energieverbrauch durch KI und Co.: Gefahr für Klimaziele

In Deutschland werde im Jahr 2025 ein Anteil von knapp 3 Prozent der CO₂-Emissionen von digitalen Technologien verursacht, global gesehen seien es zwischen 1,7 Prozent und 2,5 Prozent. Diese Werte seien eher als Untergrenze zu betrachten, heißt es in der Untersuchung des LBBW Research.

Die Studie prognostiziert für das Jahr 2025 einen globalen energiebedingten CO₂-Ausstoß von digitalen Technologien von rund 1000 Mt (Metertonnen), was knapp drei Prozent an den weltweiten Gesamtemissionen ausmache. Allerdings sei bei derartigen Berechnungen zu konstatieren, dass die Datenlage zum Stromverbrauch digitaler Technologien bisher relativ überschaubar sei. Digitale Technologien böten zugleich auf vielfältige Art und Weise Potenzial zum Schutz der Umwelt: So kämen Schätzungen zu dem Ergebnis, dass allein KI durch höhere Effizienz zu einem prognostizierten Einsparpotenzial von 1,5 bis 4 Prozent von CO₂ bis 2030 beitrage –und dies besonders in den Bereichen Energie und Transport, so die Analyse.

Zügiges Vorantreiben der Energiewende erforderlich

Eine zentrale Frage vor dem Hintergrund des Klimawandels sei daher, wie die zunehmende Digitalisierung mit dem Nachhaltigkeitsziel vereinbart werden könne. Es sei essenziell, den Fokus auf eine „grüne“ Digitalisierung der Volkswirtschaft zu legen, sollten die Konsumenten nicht alsbald auch eine „Digital-Scham“ in Analogie zur „Flug-Scham“ an den Tag legen müssen. Hierzu sei ein zügiges Vorantreiben der Energiewende dringend erforderlich. Forschung und Politik müssten daher verstärkte Anstrengungen leisten, um mit einer Clean IT oder Green IT die Voraussetzungen für eine ökologisch nachhaltige Digitalisierung zu gewährleisten, hieß es.

LBBW Chefvolkswirt Uwe Burkert erklärte: „Viele Prognosen blenden den stark steigenden Verbrauch durch Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz einfach aus, weil er für die Autoren schlecht zu prognostizieren ist.“ Allerdings seien Studien nur wenig aussagekräftig, wenn sie die Bedeutung von Digitalisierung oder KI missachteten: „Trotz ihres bereits großen und tendenziell zunehmenden Stromverbrauchs bieten digitale Technologien wie KI und Blockchain eine gute Möglichkeit, CO₂-Emissionen in einem Ausmaß zu reduzieren, dass sie netto eine Einsparung erzeugen könnten.“ Sie könnten analoge Techniken umweltfreundlicher oder effizienter und vielleicht sogar völlig überflüssig machen. „Viele Experten sehen besonders bei KI-Anwendungen in den Bereichen Energieversorgung und Verkehr hohe Einsparpotenziale“, so Burkert. (ud)
 

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