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KI in Firmen: So gelingt die Kooperation mit den Beschäftigten

Das erste Cluster sei der Schutz des Einzelnen vor negativen Folgen des KI-Einsatzes, teilte die Plattform für Künstliche Intelligenz in München mit.
Die Systeme müssten sicher sowie diskriminierungsfrei sein. So gelte es im Falle von Industrierobotern beispielsweise, sowohl Unfälle und Verletzungen als auch psychische Belastungen – etwa durch monotone Aufgaben – zu vermeiden. Neben dem Arbeits- und Gesundheitsschutz gehe es auch um den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten sowie den Ausschluss von ungerechtfertigter Leistungsmessung, heißt es in dem Papier. KI-basierte Assistenzsysteme für das Büro analysierten zum Beispiel die Dateneingaben und persönlichen Informationen der Beschäftigten, um diese bei organisatorischen Tätigkeiten, Recherchen oder der Terminvorbereitung zu unterstützen. Diese sensiblen Verhaltensdaten dürften Arbeitgeber nicht für eine individuelle Leistungskontrolle nutzen, hieß es.

Zudem sei bei der Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion die Vertrauenswürdigkeit der KI-Systeme zu beachten. Intelligente Maschinen und Software müssten kontrollierbar bleiben und ihre Entscheidungen erklärbar sein, so die Autoren. In der Zusammenarbeit mit der KI seien die Menschen oft vor eine für sie nicht nachvollziehbare Komplexität gestellt, heißt es in dem Text. Die Experten raten demnach, dass die KI-Systeme den Beschäftigten Basisinformationen über ihre Funktionsweise, Ziele, Daten und Schlussfolgerungen liefern sollten. Denn wenn Menschen Verantwortung für die Handlungen des Systems übernehmen sollen, müssten sie in der Lage sein, Interaktionen abzubrechen oder auch gegen die Empfehlung des Systems zu entscheiden.

Sinnvolle Arbeitsteilung

Das dritte Cluster fokussiere die sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Beschäftigten und KI-System. „Technik und Mensch müssen sich wechselseitig in ihrer Entwicklung fördern“, erklärte Norbert Huchler vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF-München), federführender Autor des Whitepapers und Mitglied der Plattform Lernende Systeme. „Auf allen Tätigkeitsebenen kann KI den Menschen passgenau unterstützen, wenn das System flexibel den individuellen Wissensstand, die Fähigkeiten und Bedürfnisse seines Nutzers berücksichtigt.“

Viertens müsse der Einsatz von KI-Systemen förderliche Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten hervorbringen. Der Mensch müsse in der Zusammenarbeit mit KI-Systemen handlungsfähig bleiben und motivierende Aufgaben übernehmen. Die KI-Systeme dürften die Handlungsräume der Menschen nicht einengen. Die Autoren empfehlen demnach darauf zu achten, dass die KI nicht jene Arbeitsinhalte übernehme, die motivierend, qualifizierend und gesundheitsförderlich wirken. Auch dürfe die Interaktion mit KI-Systemen nicht bereichernde zwischenmenschliche Kommunikation und Kooperation verhindern, sondern sie im besten Fall unterstützen.

Die Plattform Lernende Systeme wurde eigenen Angaben zufolge im Jahr 2017 auf Anregung der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert und vereint Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus dem Bereich KI. (ud)

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