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Neue Produkte: KI bietet Chancen für Entwicklungsländer

Insbesondere in den Bereichen Verkehrsplanung, Gesundheitsfürsorge, Katastrophenvorbeugung und -bewältigung könne KI eingesetzt werden, „um automatisiert große Datenmengen zu strukturieren, zu analysieren, darauf basierend Prognosen zu erstellen und schnell – mitunter in Echtzeit – auf Veränderungen zu reagieren“, heißt es in der aktuellen Ausgabe von „Entwicklungspolitik Kompakt“ von KfW Research. Durch KI könnten in diesen Ländern zudem neue Produkte und Geschäftsmodelle sowie verbesserter Zugang zu Kreditmöglichkeiten entstehen. Die Automatisierung von Unternehmensprozessen könne auch zu niedrigeren Produktionskosten führen, Dienstleistungen des entsprechenden Staats könnten effizienter gestaltet werden und zu Innovationen anreizen, hieß es. Zusätzlich könne KI die schulische Bildung erheblich verbessern, da Lerninhalte individuell angepasst werden könnten. Beispielsweise könne ein intelligentes Schulbuch, welches auf Tablets installiert ist, die einzelnen Aufgaben auf den Fortschritt des Nutzers abstimmen und das Lernen damit effektiver gestalten.

Es bestehe jedoch auch das Risiko, dass Entwicklungs- und Schwellenländer in Abhängigkeiten von Unternehmen oder Nationen geraten, die in der KI-Branche führend seien. Weitere generelle Risiken bestehen den Angaben zufolge darin, dass Ungleichheiten, Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen durch die Technologie verstärkt werden könnten. Zum Beispiel könne ein Algorithmus verwendet werden, um zu überprüfen, ob eine Person kreditwürdig sei. „Wenn der Algorithmus jedoch mit Daten trainiert wurde, die eine Minderheit bei der Kreditvergabe benachteiligen, übernimmt der Algorithmus diese Diskriminierung. Zusätzlich kann es aufgrund der Automatisierung von Prozessen in der Wirtschaft zu einer Veränderung der Arbeitsanforderungen und zu einer Disruption der traditionellen Arbeit kommen“, so der Report.

Dabei würden Tätigkeiten von gering qualifizierten Arbeitnehmern durch Softwarelösungen ersetzt, was sich beispielsweise aufgrund des autonomen Fahrens auf den Transportsektor auswirken werde. Ergänzend müssten Datenschutz, Sicherheit und das öffentliche Vertrauen in Institutionen gewährleistet sein, um die nachhaltige Entwicklung von KI-Lösungen weiter voran zu treiben. Damit Entwicklungs- und Schwellenländer auch von Künstlicher Intelligenz profitieren, müsse sichergestellt werden, dass diese nicht in Abhängigkeiten von einzelnen Unternehmen oder Ländern geraten. Daher sei es unerlässlich, dass die entsprechenden Länder eigene Kompetenzen aufbauen und passende Infrastruktur bereitstellen. Zusätzlich sei es wichtig, dass die Regierungen den Zugang zu großen Datenmengen ermöglichen und gleichzeitig Netzwerkeffekte durch die Festlegung von Standards bei der Nutzung von Daten und Algorithmen erzielen. (ud)

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