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Studie: Cyberkriminalität global Unternehmensrisiko Nummer eins

Die Angst vor Bedrohungen aus dem Internet wächst: Erstmals sind Cybervorfälle das wichtigste Geschäftsrisiko für Unternehmen weltweit. Einer aktuellen Umfrage zufolge verdrängen IT-Gefahren (39 Prozent der Antworten) das Risiko einer Betriebsunterbrechung (37 Prozent) auf den zweiten Platz. Betriebsunterbrechung habe seit 2013 den Spitzenplatz im Ranking innegehabt, damals habe Cyber noch mit 6 Prozent der Antworten auf Platz 15 gelegen. Das geht aus dem „Allianz Risk Barometer 2020“ hervor, teilte die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), einem Anbieter von Industrieversicherungen, mit.   

„Vorbereitung auf Cyberrisiken Frage des Wettbewerbsvorteils“

Die Untersuchung zeige, dass Cybergefahren und der Klimawandel die beiden großen Herausforderungen für Unternehmen im neuen Jahrzehnt seien, erklärte Joachim Müller, CEO der AGCS: „Natürlich gibt es noch viele weitere Schadens- und Störszenarien, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Wenn sich Vorstände und Risikomanager jedoch nicht mit Cyber- und Klimarisiken beschäftigen, könnte dies die operative Leistung, die Finanzergebnisse und die Reputation ihrer Unternehmen maßgeblich beeinträchtigen.“ Die Vorbereitung auf Cyber- und Klimarisiken sei „eine Frage des Wettbewerbsvorteils und der wirtschaftlichen Resilienz in Zeiten der Digitalisierung und globalen Erwärmung“, so Müller.

Cybervorfälle sind der Befragung zufolge nicht nur das Top-Risiko weltweit, sie fänden sich neben Deutschland auch in vielen anderen der untersuchten Länder unter den ersten drei Risiken. Ganz an der Spitze stehen Cybervorfälle demnach in Belgien, Frankreich, Indien, Südafrika, Südkorea, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien, Großbritannien und in den USA. Unternehmen weltweit sähen sich mit immer größeren und teureren Datenskandalen, einer Zunahme von Cybererpressung- und Spoofing-Vorfällen, aber auch mit höheren Bußgeldern aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen und Schadenersatzklagen konfrontiert. Ein schwerer Datendiebstahl – mit mehr als einer Mio. Datensätzen – koste heute durchschnittlich 42 Mio. Dollar, was einem Anstieg von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche, hieß es. 

Aus Sicht deutscher Unternehmen dominiere entgegen dem weltweiten Trend auch weiterhin das Risiko einer Betriebsunterbrechung (55 Prozent der deutschen Antworten) vor dem Risiko eines Cybervorfalls (44 Prozent). (ud)
 

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