News

Photo by Kuma Kum on Unsplash

Studie: Deutsche haben wenig Wissen über KI

Darum gebeten, ihr Wissen über Künstliche Intelligenz (KI) einzuschätzen, geben demnach rund drei Viertel der Befragten zu, nur in etwa oder gar nicht darüber Bescheid zu wissen oder erklären zu können, was KI sei. 10,4 Prozent der Befragten sagten, den Begriff Künstliche Intelligenz zwar zu kennen, wüssten aber nicht, was man darunter verstehe. 11,3 Prozent äußerten, den Begriff noch nicht gehört zu haben. Bei der Frage, welche Nation bei KI weltweit führend sei, gehe die Unwissenheit weiter, hieß es: Ein Viertel traut sich den Angaben zufolge ein Urteil nicht zu. Dennoch sei unter den Befragten die Angst weit verbreitet, Deutschland könne im weltweiten Wettlauf um KI abgehängt werden: 53 Prozent stimmten dieser Befürchtung zu. Zugleich hätte jedoch auch knapp die Hälfte die Aussage bejaht, dass es mehr staatlicher Kontrolle bedürfe, um unerwünschte Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz zu verhindern. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt).

Bei der Frage, ob KI eher Chance oder Risiko sei, zeigen sich demnach 30 Prozent unentschlossen, während sich 28 Prozent für die optimistische Sicht entschieden hätten. Knapp 20 Prozent sähen KI als Gefahr. Die Einschätzungen variieren laut Befragung allerdings mit Alter und Bildungsstand. In der Altersgruppe der mitten im Berufsleben stehenden 35- bis 54-Jährigen hielten sich die Beurteilungen von KI als Gefahr oder als Chance in etwa die Waage. Bei Personen mit niedriger oder mittlerer formaler Bildung überwiege die Einschätzung von KI als Gefahr.

Hauptaugenmerk auf Wissensvermittlung

Die Ergebnisse zeigen den Angaben zufolge, dass große Teile der Bevölkerung in Deutschland wenig über KI wisse. Die Politik sollte laut den Verfassern daher ein Hauptaugenmerk auf die Wissensvermittlung und Bildung legen. Dabei werde es nicht reichen, nur Entscheidungsträger in Wissenschaft und Wirtschaft oder weiterbildungswillige Berufstätige zu adressieren. Vielmehr bedürfe es einer Wissensvermittlung an alle Bevölkerungsgruppen, um einen aufgeklärten Umgang mit KI und mehr Akzeptanz von KI zu erreichen. „An breite Bevölkerungsschichten gerichtete Online Kurse stellen eine Möglichkeit dar, breite Aufklärung in Sachen KI zu betreiben. Wie ein erfolgreiches  Beispiel aus Finnland zeigt, muss die Politik derartige Kurse aber auch in Partnerschaft mit dem Privatsektor umfassend bewerben und die Bevölkerung zu einer breiten Teilnahme motivieren“, hieß es.

„Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz betrifft alle Lebensbereiche. Sie wird bestimmen, wie wir leben, lernen und arbeiten“, erklärte Professorin Ute Schmid, Mitglied im bidt-Direktorium. Die Umfrage zeige, dass das Wissen über KI in der deutschen Gesellschaft ausbaufähig sei. „Dabei sind alle gefragt, wenn es darum geht, zu entscheiden, wie wir als Gesellschaft mit KI leben wollen“, so Schmid. (ud)

Verwandte Artikel

Anzeige

Lexikoneinträge