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Studie: KI ist für die meisten Firmen schon Alltag

5,8 Prozent der befragten Entscheidungsträger hätten KI-Technologien bereits in verschiedenen Anwendungsfeldern implementiert. Damit liege Deutschland minimal über dem DACH-Durchschnitt (Deutschland, Österreich und die Schweiz). 26,4 Prozent setzten KI für einen ersten Anwendungsfall ein; 34,4 Prozent erprobten den Einsatz zurzeit. Für zwei Drittel der befragten Organisationen sei KI folglich schon heute im Unternehmensalltag angekommen. Überdies planten knapp 20 Prozent, KI kurzfristig einzuführen. In der gesamten DACH-Region liege dieser Wert bei gut 16 Prozent. Das sind die Ergebnisse einer Studie zum Thema KI-Adaption, die das Marktforschungsinstitut Research in Action (RIA) im Auftrag des Telekommunikationsanbieters Interxion in acht europäischen Ländern durchführte.

Vorreiter der KI-Nutzung seien Technologie- und Beratungsfirmen, hieß es. In dieser Branche setzten bereits 13,4 Prozent der DACH-weit befragten Unternehmen entsprechende Lösungen in unterschiedlichen Anwendungsszenarien ein – das seien mehr als doppelt so viel wie im Branchendurchschnitt. Weitere 73,2 Prozent in dieser Branche nutzen KI demnach zumindest in einem Anwendungsfall oder erprobten den Einsatz. Ebenfalls weit fortgeschritten sei die KI-Adaption bei Finanzdienstleistern: Hier nutzten oder erprobten neun von zehn Unternehmen entsprechende Lösungen in einem oder mehreren Anwendungsfällen.

Eine untergeordnete Rolle spiele KI hingegen derzeit noch im öffentlichen und gemeinnützigen Sektor sowie in der Konsumgüterindustrie und im Einzelhandel, so die Untersuchung. Knapp vier von fünf öffentlichen beziehungsweise gemeinnützigen Einrichtungen hätten sich noch nicht mit dem Potenzial der Technologie befasst. In der Konsumgüter- und Retail-Branche räumten dies den Angaben zufolge rund 56 Prozent der Befragten ein. Knapp 44 Prozent von ihnen schlössen die KI-Nutzung auch in zwei Jahren noch aus. Bei öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen seien es sogar 47,4 Prozent.

Deutsche Firmen bevorzugen eine Inhouse-Lösung

Deutliche Unterschiede im Ländervergleich zeigten sich laut der Studie jedoch bei der Infrastruktur, auf der KI-Anwendungen liefen oder künftig laufen sollten: Während deutsche Unternehmen tendenziell eine Inhouse-Lösung mit externer Beratung bevorzugten, favorisiere fast die Hälfte der österreichischen Teilnehmer global verfügbare Public-Cloud-Services von Anbietern wie Microsoft, Google oder Amazon. „Erklären lässt sich dies durch das unterschiedliche Tempo der Cloud-Adaption in den drei DACH-Staaten. Aber auch Unterschiede bei der Umsetzung nationaler und europäischer Rechtsvorschriften etwa zum Datenschutz dürften hier eine Rolle spielen“, heißt es in der Studie.

Befragt nach den Hemmnissen bei der KI-Einführung hätten im DACH-Durchschnitt 23 Prozent geantwortet: unkalkulierbare Kosten und eine schwer absehbare Amortisierung von KI-Investitionen. In Deutschland und Österreich benannten laut Studie 18,5 beziehungsweise 18,7 Prozent fehlendes Technologie-Know-how als zweithöchste KI-Hürde. Im Vergleich hätten diesen Mangel nur 11,8 Prozent der schweizerischen Studienteilnehmer beklagt. Auf Platz 3 der KI-Hemmnisse rangiere mit durchschnittlich 14,7 Prozent eine ungenügende Einbettung, hieß es. (ud)

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