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Studie: KI-Vorreiter führen Initiativen trotz Corona unbeirrt fort

Unter den Betrieben, die KI noch nicht skalierbar einsetzten, fahren den Angaben zufolge hingegen 43 Prozent ihrer Investitionen zurück, 16 Prozent hätten ihre KI-Initiativen eingestellt. In Deutschland hätten 44 Prozent der Unternehmen insgesamt keine Änderungen vorgenommen, 8 Prozent die Geschwindigkeit erhöht und 19 Prozent ihre Initiativen aufgrund der unsicheren Lage eingestellt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Capgemini Research Institute, für die 950 Unternehmen aus elf Ländern und elf Branchen befragt wurden.

Beim KI-Einsatz führend sei die Life-Science-Industrie, 27 Prozent der Unternehmen nutzten Anwendungen bereits erfolgreich. Die Branche investiere 17 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und im aktuellen Kontext seien virtuelle Assistenten, Chatbots und Corona-Warn-Apps im eHealth-Segment gefragt. So setze die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf KI-basierte Anwendungen, um Informationen zur Pandemie zu sammeln und weiterzugeben. An zweiter Stelle stehe der Handel mit 21 Prozent Vorreitern, gefolgt von der Automobilbranche und den Konsumgüterherstellern (jeweils 17 Prozent) und den Telekommunikationsanbietern (14 Prozent). Aufgrund der Pandemie hätten zudem nur 38 Prozent aller Life-Science-Unternehmen ihre Investitionen in KI reduziert oder ganz eingestellt, während dies bei Versicherern (66 Prozent) und im Bankensektor (64 Prozent) weitaus häufiger der Fall gewesen sei, hieß es.

Mangel an Talenten

Für 70 Prozent der befragten Organisationen stelle der Mangel an Talenten auf mittlerem und hohem Erfahrungslevel eine wesentliche Herausforderung für die Skalierbarkeit von Künstlicher Intelligenz dar. So hätten 58 Prozent der KI-Vorreiter einen KI-Leiter ernannt, der Richtlinien zur Priorisierung der Einsatzszenarios sowie hinsichtlich ethischer und sicherheitsrelevanter Aspekte etabliere. Weiterhin vermittele die Skalierbarkeit dem Entwicklerteam die übergeordneten Ziele und harmonisiere die bei der KI-Entwicklung zum Einsatz kommenden Plattformen und Werkzeuge. Unternehmen sollten zudem die nötigen Fähigkeiten für den umfassenden KI-Einsatz vermitteln und über Trainings und Weiterbildung sicherstellen, dass diese intern vorhanden seien. Für skalierbare KI-Anwendungen seien neben den technischen Fähigkeiten zudem Qualifikationen von Business-Analysten und Change-Management-Experten gefragt.

Die Studie verdeutliche auch, dass viele Firmen sich mit ethischen Aspekten nicht ausreichend auseinandersetzten, obwohl eine ethische KI im Fokus bei Verbrauchern und verschiedener Regulierungsmaßnahmen stehe. Demnach geben nur knapp ein Drittel der Nachzügler (KI-Vorreiter: 90 Prozent) an zu wissen, wie und warum ihr KI-System zu den Ergebnissen komme. Als Folge sinke das Vertrauen von Führungskräften und auch der Kunden, da Mitarbeiter mit Kundenkontakt dem KI-System ihres Unternehmens selbst nicht vertrauten. (ud)

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