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Universitäten Bielefeld und Paderborn: Gründung eines gemeinsamen Instituts zu KI

Sprachassistenten, Smart Homes oder Industrie-4.0-Systeme: Künstliche Intelligenz (KI) automatisiert zunehmend Abläufe in unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen. Allerdings erweisen sich KI-Systeme oftmals als nicht besonders kompetent, weil ihnen Hintergrund- oder Kontextwissen fehlt oder weil sie die Tragweite und Implikationen von Annahmen und Entscheidungen nicht einschätzen und ihre Handlungen nicht erklären können.

Im dem von den beiden Universitäten Bielefeld und Paderborn gegründeten Institut Joint Artificial Intelligence Institute (JAII) wollen die Hochschulen künftig ihre Forschungskompetenzen in diesem Forschungsfeld bündeln. Im JAII solle an den Grundlagen von KI-Systemen geforscht, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Universitäten. Das Ziel: KI-Systeme sollten Menschen als kompetente Partner unterstützen und in die Lage versetzt werden, Alltagsprobleme besser und verlässlicher zu lösen als bislang.

Verständnis für die Situationen

Um Entscheidungen erklären zu können, müssten technische Systeme ein Verständnis für die Situationen haben, in der sie Lösungen anbieten. Auch an den Grundlagen für solche alltagskompetenten Systeme werde das neue Institut arbeiten. „Künstliche Intelligenz wird heute vielfach auf den Einsatz maschineller Lernverfahren reduziert, die datengetriebene Lösungen für isolierte Teilprobleme erzeugen, dabei aber oft den jeweiligen Kontext vernachlässigen und erlernte Fähigkeiten nur unzureichend in ein allgemeines Weltwissen einbetten“, erklärte
Eyke Hüllermeier von der Universität Paderborn und Mitinitiatorin des JAII.

Hüllenmeier: „Ein autonomes Fahrzeug wird nicht allein durch das Erkennen von Verkehrssignalen zu einem kompetenten Verkehrsteilnehmer. Hierzu notwendig ist ein umfassendes Verständnis aller Elemente des Straßenverkehrs – Autos und andere Objekte, Fußgänger, Radfahrer etc. – sowie deren Beziehungen untereinander und Zusammenwirken im Rahmen eines Gesamtsystems.“ In der Medizin könnten technische Systeme sinnvoll eingesetzt werden, wenn sie den Einzelfall verstünden.

Philipp Cimiano von der Universität Bielefeld und ebenfalls Mitinitiator des Instituts erklärte: „Es reicht nicht, ein technisches System Datenbanken nach Therapien für ein bestimmtes Krankheitssymptom durchforsten zu lassen.“ Die Therapieansätze müssten immer „individuell und kontext-spezifisch“ an die Patienten angepasst werden, und die Vorschläge eines Systems müssten für Experten, zum Beispiel Ärzte, nachvollziehbar und verständlich sein, resümierte Cimiano. (ud)

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