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Wissensdatenbank: KI aktualisiert Wikipedia-Artikel

Der Bestand an Wikipedia-Artikeln hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Juni 2019 lag die Zahl der Beiträge über alle Sprachen hinweg bei rund 50,4 Millionen. Alleine die deutsche Wikipedia umfasst knapp 2,4 Millionen Texte. Viele Beiträge bedürfen der laufenden Aktualisierung – etwa beim Tod eines Stars, der Insolvenz einer großen Firma oder dem Rücktritt oder der Abwahl eines Politikers. Der Pflege-Aufwand ist immens. Die globale Schreib-Community schafft es kaum noch, die Informationen auf dem aktuellen Stand zu halten. Nicht wenige Texte sind denn auch veraltet. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA haben in einem Aufsatz für eine Fachkonferenz (AAAI Conference on Artificial Intelligence) jetzt eine Text-KI vorgestellt, die Wiki-Texte automatisch aktualisiert.

Wie funktioniert diese KI-basierte Update-Funktion im Detail? Die Software spürt laut MIT überholte Fakten in Wikipedia-Beiträgen auf und tauscht diese gegen aktuelle aus. Immer wenn der Algorithmus inhaltliche Unterschiede erkennt, wird der Artikel angepasst. Laut MIT wurde dem System vorab beigebracht zu erkennen, welche Begriffe genau ersetzt werden und welche erhalten bleiben müssen, um den ursprünglichen Sinn zu bewahren. Aufgabe der Software ist es, einen neuen Satz aus dem alten Rahmen zu kreieren, indem die neuen Fakten in den Satz eingepflanzt werden. Die menschliche Ausdrucksweise bleibt dabei im Kern erhalten.

Das System arbeitet jedoch noch nicht ganz einwandfrei. Es zeigte sich, dass sich die von der Software formulierten Sätze nicht immer bruchlos in den Rest des Textes einfügten, sie waren für Menschen als KI-Formulierungen erkennbar. Menschliche Tester bewerteten die Akkuratheit mit durchschnittlich vier von fünf Punkten, die Grammatik mit 3,85 Punkten. Für den Praxiseinsatz kommt die KI noch nicht infrage. Dennoch: Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, eine vollständig automatisierte KI entwickeln zu können, die für Wikipedia relevante Auskünfte autonom im Internet aufspürt und dann in die Datenbank aufnimmt. Statt hunderter menschlicher Schreiber benötige man in Zukunft nur noch einige wenige, hieß es. (ud)

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