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Zeitzeugeninterviews: Emotionserkennung mit KI

Wenn Zeitzeugen über ihre Erinnerungen sprechen, geht das oft mit starken Emotionen der Erzähler einher – vor allem dann, wenn es um Tod, Krieg oder Vertreibung geht. Solche persönlichen Berichte bieten einen eindrücklichen Zugang zu historischen Ereignissen. Dafür stellt die Stiftung Haus der Geschichte in Bonn im Zeitzeugenportal über 8300 Interviewclips zu Themen wie Kriegsausbruch, Mauerfall oder die Zeit der DDR zur Verfügung. Bisher lässt sich das Portal im Internet nach Themen, Personen oder Zeiträumen filtern. Künftig soll hierbei auch moderne Technologie zum Einsatz kommen. Die Vision sei, dass die Erfahrungsberichte mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) auch nach Emotionen durchsucht werden könnten, teilte das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS am Mittwoch mit. 

Das IAIS und die Stiftung Haus der Geschichte hätten dazu das Forschungsprojekt „Multimodales Mining von Zeitzeugeninterviews zur Erschließung von audiovisuellem Kulturgut“ gestartet. „War der Mauerfall ein ausnahmslos glückliches Ereignis oder begleiten auch Angst oder Wut die Erzählungen über die einschneidende Zäsur? Mit Hilfe von Maschinellem Lernen werden Algorithmen zur Emotionserkennung trainiert, um perspektivisch Fachleuten und geschichtsinteressierten Menschen eine gezielte Suche zu solchen Fragen auf www.zeitzeugen-portal.de zu ermöglichen“, hieß es.

Ziel des Projekts sei es, in den nächsten zwei Jahren einen Software-Prototypen zu entwickeln, um menschliche Emotionen in audiovisuellen Zeitzeugeninterviews erkennen zu können. Hierfür würden computergestützt u. a. das gesprochene Wort und das entsprechende Transkript, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit und Mimik des Sprechers analysiert. Die intelligente Videoanalyse nutze dafür insbesondere Technologien der Spracherkennung, Bilderkennung und Texterkennung, hieß es. (ud)
 

 

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