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Zertifizierung „Made in Germany“: Prüfverfahren soll KI sicherer machen

Künstliche Intelligenz (KI) ist aus vielen Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Das Spektrum reicht vom Einsatz von KI in der Medizin bei der Diagnose von Krankheiten über autonomes Fahren bis hin zu Sprachassistenten. Doch all das weckt auch die Frage nach dem Vertrauen in die Technologie. Ist eine KI-Software in bestimmten sensiblen Bereichen stets auch sicher? Um mehr Vertrauen in KI zu erzeugen, seien zuverlässige Prüfverfahren notwendig, erklärte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag in Düsseldorf. Abhilfe soll nun eine „KI-Zertifizierung made in Germany“ schaffen, an der das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin arbeitet. BSI und IAIS unterschrieben einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit Pinkwart, wie das NRW-Wirtschaftsministerium mitteilte. Das Projekt „Zertifizierte KI“ der Kompetenzplattform Künstliche Intelligenz Nordrhein-Westfalen KI.NRW soll den Angaben zufolge Anfang 2021 starten. 

In dem Projekt legten unter anderem Unternehmen die konkreten Bedarfe an Prüfverfahren fest und führten Pilotprüfungen durch, hieß es. Das BSI und das Fraunhofer IAIS hätten ein Prüfverfahren entwickelt, das als Basis für technische Standards und Normen dienen soll. Pinkwart erklärte: „Wir wollen aus NRW heraus für und mit Deutschland mit dem Gütesiegel ‚AI made in Germany‘ vorangehen. Der verantwortliche Umgang mit KI wird den entscheidenden Unterschied zu unseren internationalen Wettbewerbern machen“, sagte der Minister vor Pressevertretern in Düsseldorf. Die Einführung von KI in Unternehmen bleibe allerdings immer noch hinter den prognostizierten Möglichkeiten zurück, so der FDP-Politiker. Massives Datenwachstum, höhere Konnektivität und immer schnellere Reichenleistungen hätten die Fähigkeiten maschineller Lernleistung derart gesteigert, dass sie in Spezialgebieten wie etwa der Radiologie bereits menschliche Experten überträfen. 

Pinkwart: Deutsche wollen sichere KI

Pinkwart verwies auf eine aktuelle IBM-Umfrage, wonach für die große Mehrheit der Unternehmen weltweit zuverlässige Ergebnisse einer KI von entscheidender Bedeutung seien. Eine Befragung des Branchenverbands Bitkom bestätige den Wunsch auch der Deutschen nach sicherer und gründlich geprüfter KI. Pinkwart: „Mit unseren herausragenden Kompetenzen und dem starken Netzwerk KI.NRW kann Nordrhein-Westfalen eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft spielen. Damit das gelingt, machen wir den Einsatz der Künstlichen Intelligenz vertrauenswürdig und sicher. Dabei hilft uns eine unabhängige Zertifizierung von KI-Systemen“

Arne Schönbohm, Präsident des BSI, erklärte: „Wichtig für die Akzeptanz neuer Technologien ist das Vertrauen der Anwendenden. Dies entsteht unter anderem durch transparente Prüfung, Bewertung und Zertifizierung von KI-Systemen. Grundlage für einheitliche Standards und Normen ist die Erarbeitung von Prüfverfahren, die wir nun mit unserem langjährigen Partner Fraunhofer IAIS angehen. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des IAIS, fügte hinzu: „Mit der Erarbeitung unserer Prüfverfahren im Hinblick auf eine KI-Zertifizierung schaffen wir verlässliche Standards für die Entwicklung und Bewertung von KI-Systemen. Bereits im kommenden Jahr werden wir erste Prüfungen mit Unternehmen durchführen.“

 

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